Seit Mai 2026 ist Martin Heusler Landrat des Landkreises Spree- Neiße/Wokrejs Sprjewja-Nysa. Die Stichwahl gewann er knapp, mit 51,49 Prozent, nach einem Wahlabend, der bis zuletzt offen blieb. Aus diesem knappen Ergebnis ist ein klarer Auftrag geworden: Der neue Landrat muss einen Kreis zusammenhalten, der politisch, wirtschaftlich und räumlich sehr unterschiedlich ist.

Heusler ist 1985 in Krieschow/Kśišow geboren und in der Lausitz aufgewachsen. Seine Biografie trägt mehr Stationen in sich, als man es einem Vierzigjährigen zunächst zutraut. Schulzeit bis 2005, ein Jahr in den USA, einige Monate in Russland, danach zwölf Jahre Bundeswehr. Er studierte Informatik, diente bei der Luftwaffe, war in Afghanistan eingesetzt und arbeitete dort als Störungsmanager für IT-Systeme, die funktionieren mussten, auch wenn draußen Antennen, Funkstrecken oder Verbindungen ausfielen. „Seitdem hat mich die Erfahrung geprägt, dass Ruhe in schwierigen Situationen keine Floskel ist. Sie entscheidet darüber, ob ein System wieder läuft“. Nach der Bundeswehr ging Heusler in die Wirtschaft. Bei der LEAG arbeitete er in Qualifizierung, Personalentwicklung und Organisationskultur, zuletzt mit Verantwortung für die Entwicklung von rund 6.000 Beschäftigten.

Im Interview: Landrat Martin Heusler

Spät in die Politik

Heusler lebt mit seiner Familie in Krieschow/Kśišow, ist Vater von drei Kindern, engagiert sich im Verein, kennt das Dorfleben nicht nur aus Akten, sondern aus dem eigenen Alltag. Politisch kam Heusler vergleichsweise spät in die erste Reihe. Seit 2024 engagierte er sich kommunal stärker, wurde Gemeindevertreter in Kolkwitz und Kreistagsabgeordneter. Im September 2025 nominierte ihn die CDU für die Landratswahl. Was folgte, war ein Wahlkampf mit ungewöhnlich frischer Bildsprache, vielen Begegnungen und dem Versuch, auch jüngere Menschen dort zu erreichen, wo sie längst sind: auf digitalen Kanälen. Heusler erzählt das ohne Eitelkeit. Er habe Freunden vertraut, die ihm dabei halfen, moderner aufzutreten.

Will auch dorthin gehen,
wo es schwierig wird

Heusler lebt mit seiner Familie in Krieschow/Kśišow, ist Vater von drei Kindern, engagiert sich im Verein, kennt das Dorfleben nicht nur aus Akten, sondern aus dem eigenen Alltag. Politisch kam Heusler vergleichsweise spät in die erste Reihe. Seit 2024 engagierte er sich kommunal stärker, wurde Gemeindevertreter in Kolkwitz und Kreistagsabgeordneter. Im September 2025 nominierte ihn die CDU für die Landratswahl. Was folgte, war ein Wahlkampf mit ungewöhnlich frischer Bildsprache, vielen Begegnungen und dem Versuch, auch jüngere Menschen dort zu erreichen, wo sie längst sind: auf digitalen Kanälen. Heusler erzählt das ohne Eitelkeit. Er habe Freunden vertraut, die ihm dabei halfen, moderner aufzutreten.

"Wir sind in einer neuen Lage"

Ein großes Thema ist das Wohnen. Heusler sieht, dass der Landkreis in einer neuen Lage ist. Lange klang in der Region vieles nach Rückbau, Abwanderung, Schrumpfung. Heute werden Wohnungen an manchen Orten wieder schnell nachgefragt. Dazu passt seine Freude darüber, dass im Landkreis wieder gebaut wird. Eine Wohnungsbaugesellschaft, die neuen Wohnraum plant, ist für ihn ein gutes Zeichen. Heusler will auch den Alltag der Menschen verbessern und so sind Busse, die überfüllt sind, und andere, die fast leer fahren, für ihn kein Randproblem, sondern ein Zeichen dafür, dass Angebot und Nachfrage besser zusammengebracht werden müssen. Digitale Erfassung, klare Auswertung und flexiblere Fahrzeuggrößen sollen den öffentlichen Nahverkehr verlässlicher machen.


Auch in der Verwaltung will Heusler schneller werden. Als Informatiker sieht er Digitalisierung und künstliche Intelligenz als Werkzeuge, um Anträge früher zu prüfen, fehlende Unterlagen schneller zu erkennen und Bürger nicht wochenlang auf einfache Rückmeldungen warten zu lassen.


In der Wirtschaftsförderung setzt er auf Übersicht und Tempo. Investoren sollen passende Flächen schneller finden, heimische Unternehmen einfacher an Ausschreibungen teilnehmen können. Weniger Hürden, klarere Verfahren, mehr Nähe zur Region: Dahinter steht ein Gedanke. Spree-Neiße soll ein Landkreis sein, der nicht verwaltet, sondern ermöglicht.